“People are strange when you’re a stranger
Faces look ugly when you’re alone
Women seem wicked when you’re unwanted
Streets are uneven when you’re down
When you’re strange
Faces come out of the rain
When you’re strange
No one remembers your name
When you’re strange
When you’re strange
When you’re strange”
The Doors meinten das zwar in einem wesentlich trostloserem Zusammenhang als ich, aber dieses Zitat passt doch hier ganz gut. Wenn man jeden Tag mit den Öffentlichen fährt, fallen einem ja eine Menge Dinge auf. Gute, schlechte, je nach eigener Laune, stelle ich fest. Selbst noch verschlafen stehe ich im Tram und lasse den Blick und die Gedanken schweifen. In den Ohren gerade zum Aufwachen irgendwas von den Ärzten. “Die Nacht”. Wie passend, wie ich sie zurücksehne. Und überall dieser mimische Leerlauf auf den Gesichtern der Leute um mich herum. Ja, Leerlauf. Jeder starrt irgendwo hin, nur bloß niemandem in die Augen. Was diese Menschen wohl denken? Will ich das wirklich wissen? Sehr seltsam, diese gezwungene Nähe, wenn das 43er Tram einmal wieder gestopft voll ist, weil es “Unregelmäßigkeiten auf der Strecke gibt” und in der Rush Hour wieder nur alle 10 Minuten eines kommt.
Der Herbst ging, der Winter kommt, auch wenn es sich gerade von den Temperaturen her nicht so anfühlt. Im Herzen ist er schon angekommen. Wenn wir sowieso schon verletzt sind, so tut doch jede noch so kleine Trübung der Harmonie doppelt weh. Zumindest ich werde dann immer hypersensibel. Schreckliche Sache, wenn man sowieso weiß, dass man es nicht so meint wie es rüberkam, und man eh wissen sollte, wie der oder die andere tickt und deshalb nicht so schnell einschnappen. Eh ja. Neue Bekanntschaften, neue Fettnäpfchen, sage ich nur. Alte Bekanntschaften, alte Fettnäpfchen. Meine Direktheit gereicht mir nicht immer zum Vorteil. Und doch kultiviere ich sie mit einer gewissen Penetranz. Denn was bliebe noch wenn die Ehrlichkeit nicht wäre? Ich schätze nur, Einstecken gehört dann zum Austeilen. In Ersterem war ich noch nie gut.
Zwischenmenschliches. Da fällt mir gleich der ganze Weihnachtszauber ein. Dies ist nun mein dritter Winter und Wien, und außerhalb des Punschstandes im FH-Innenhof (den es dieses Jahr leider nicht gibt) war ich genau ein Mal (in Ziffern 1 Mal) in Wien auf dem Weinachtsmarkt, und das war letztes Jahr am Spittelberg. Ich habe selbst den Christkindlmarkt am Rathaus bisher nur aus dem fahrenden Tram gesehen. Ja ich weiß. Ich kann halt einfach wirklich nicht mit Weihnachten. Um meinen vieleicht letzten Winter in Wien nun doch auszureizen, bin ich heute zum alten AKH gegangen und habe zwei verschiedene Punschvarianten probiert. Nun bin ich um die Kenntnis, dass ich eher ein Glühweinmensch bin, und um eine Portion Bauchschmerzen reicher. Aber was solls. Es war ja nett. Danke noch an die Damenbegleitung.
Ja, ich weiß, ich schreibe wieder genauso dilettantisch wie zu Anfang, und die Reisetagebucheinträge sind nun auch vorbei. Demnächst hier wieder nur intellektuell Wertvolles. Oder so.
*happy* schön
good to have you back
sincerely oliver
warum hast du aufgehört zu schreiben?
Manchmal rennt das Leben so schnell, dass man die Zeit nicht findet, sich hinzusetzen und zu reflektieren. Auch wenn man sie sich nehmen sollte
.