Januar Gedanken-Zappen

Januar 9, 2011 at 10:07 am (Blues, Feiertage, wien) (, , , , )

Dass das neue Jahr begonnen hat, lässt sich aller spätestens daran erkennen, dass man eine neue Agenda kaufen muss. Ein paar Tage, vielleicht eine Woche male ich wackelige Gitternetzlinien auf die letzte Seite meines filofax, versehe sie mit Januartagen und versuche so zu leugnen, dass die erste Dekade des neuen Jahrtausends vorüber ist.

Spätestens jetzt kann ich wohl nicht mehr als „ehemalige Studentin“ durchgehen, sondern muss mich vorerst mit meinem Angestelltendasein arrangieren. Nein, ich habe meinen Abschluss 2010 gemacht. Ja, das war letztes Jahr. Nein, ich weiß noch nicht, wann ich meinen Master machen will. Nein, wahrscheinlich nicht im Tourismus. Vor 30? Wird bald knapp! Ich tendiere dazu die Altersgrenze nach oben zu korrigieren, wie das inkonsequente Leute wie ich mit vielen Grenzen tun.

Ich kann immer noch nicht von mir behaupten, dass ich erwachsen geworden wäre, ich erwische mich immer noch, wie ich manchmal denke: „Das will ich machen, wenn ich groß bin.“ Hört das jemals auf? Ich hoffe nicht. Irgendwie ist es ja ein gutes Gefühl, noch nicht alles erreicht zu haben im Leben. Solange es nur vorwärts geht. Immer weiter immer weiter. Und bloß keinen Schritt zurück.

Ich erwarte von mir selbst, dass ich aus der Vergangenheit lerne, dass ich Fehler nicht wiederhole. Ich stelle fest, dass ich wie wohl jeder andere Mensch nicht in der Lage bin, diesen Vorsatz auf alle Bereiche meines Lebens anzuwenden. Und trotz dieses Bewusstseins renn ich offenen Auges immer wieder in die nächste dysfunktionale (zwischenmenschliche) Beziehung. Ich kann mich nur mit dem Wissen trösten, dass das ein allzu menschliches Verhalten ist, und dass ich vielleicht gar nicht besser sein muss (und kann) als alle anderen.

Die Rechtschreibprüfung von Word macht mir gerade wieder allzu schmerzlich bewusst, dass unsere Welt den Bach runtergeht. Das, was der Januarnebel da draußen bis jetzt nicht geschafft hat, schafft der wahnwitzige Vorschlag, „dysfunktional“ doch bitte als „düsfunktional“ zu schreiben. Wenn das das neue Jahrtausend sein soll, na Prost Mahlzeit.

Wenn man sich weigert, neue Dinge zu akzeptieren, bedeutet das dann a) dass man alt wird oder b) dass Manche Neuerungs-Ausdenker einfach nicht alle Tassen im Schrank haben? Im Falle der „Recht“schreibreform 22b die 3. trifft wohl ohne Frage Letzteres zu.

Soviel dazu. Ganz davon ab fällt mir ja auf, dass ein Job in der Dienstleistung eigentlich nichts weiter ist als Sozialforschung Hardcore. Quasi auf dem Schlachtfeld direkt im Dschungel. Was für seltsame Angewohnheiten Menschen in unserer Gesellschaft haben, wird einem nur durch Beobachten richtig bewusst. Dazu gehört, dass man mit offenen Augen durchs Leben geht, was ich jetzt mal pauschal von mir behaupten würde (Sonst würde ich ja nicht seit 2 Jahren an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen von meinen Beobachtungen des alltäglichen Lebens berichten).

Jedenfalls betrachten Mitglieder unserer westlichen Gesellschaft Absperrbänder als eine Art Löwengraben. Wie oft ich schon einen verzagten Touristen um das rote Absperrband herumwinken musste, damit ich ihm die verlangten Unterlagen in die Hand drücken konnte. Mit leisem Stimmchen flüstern sie über die anderthalb Meter „Graben“ hinweg ihre Wünsche, und wagen sich zur auf munteres Zureden näher.

Ganz anders ihre kontinentalen Kollegen, nennen wir sie einmal beispielhaft Russen. Meiner Erfahrung nach herrscht da ein anderes Verständnis von „sozialer Distanz“ (personal space). Eine Wartelinie ist nur dazu da, überschritten zu werden, die Information, die jemand vor einem erhält, muss mitgehört werden, man könnte ja was verpasst. Auch wenn ich diesen verwegenen Umgang mit der Wartelinie durchaus sympathisch finde, so muss es doch halbwegs verstörend sein, wenn man am Tresen einer Information (und nicht etwa einer Bar) steht, und auf einmal den klischeehaft wodkaschwangeren Atem einer älteren (ebenso klischeehaft aber zu 99% zutreffend) pelzbefrackten Matrone im Nacken spürt. Als Tourist hat man es wahrhaft nicht leicht.

Was mich an die interessanteste Aussage eines Touristen mir gegenüber 2010 erinnert, die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte: „I hate to be a tourist.“ – No comment.

PS: Nach nochmaligem Durchlesen dieses Beitrags den Titel geändert. Kein Gedanke ausgearbeitet. Alles viel zu kurz. Aber okay. Sehen wir es als Notizen für zukünftige

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Very Patient Lady

September 22, 2010 at 10:56 am (wien) (, , , , )

Ich blinzle in die Sonne, der Winkel ist schon wieder sehr flach, es ist Herbst. Laut Meteorologen die niederschlagärmste Jahreszeit in Wien, und das warme Wetter der letzten Tage gibt ihnen recht. Vorbei der entweder verregnete oder schwüle Sommer. Ich persönlich werde ihn nicht vermissen. Der Herbst ist meine liebste Zeit im Jahr, und ich hoffe, dass er möglichst lang andauert. Nachdem mein Studium nun vorerst abgeschlossen ist, und ich seither Teil der Arbeitswelt bin, die mich zwingt, die öffentlichen Verkehrsmittel während der Stosszeiten zu verwenden, sind gemäßigte Temperaturen und die Abwesenheit von Regen ganz oben auf meiner täglichen Wunschliste.

Mit der U3 zur Herrengasse, mitten in die Altstadt, und von dort zu Fuß über den Michaelerplatz. Ein imperialer Arbeitsweg fürwahr. Ein Sandler schlendert an der Ausgrabung vorbei, er macht einen etwas irritierten Eindruck. Der kurze Moment am Morgen, an dem es schon hell ist, aber noch kein Tourist mit Kamera vor der Hofburg steht, ist wohl so kurz, dass er kaum wahrnehmbar vorüber gegangen ist.

An der Stallburg muss ich warten, bis die Pfleger die Lipizzaner in die gegenüberliegende Hofreitschule geführt haben, und ich komme mir ein wenig seltsam vor, wie in einem Wien-Werbefilm. Gestört wird das Bild durch den Bereiterlehrling, der mit der Jause in der Hand und einem etwas abgehetzten Gesichtsausdruck auf dem Gesicht offensichtlich zu spät hinter den Pferden herrennt.

Weiter gehts vorbei am Palais Palffy, und aus dem Café Palffy weht mir wie jeden Morgen dieser undefinierbare Geruch der alten Kaffeehäuser entgegen. Eine Mischung aus altem Holz, Muff, abgestandenem Bier und Frühstückskrümeln. Dabei aber irgendwie gar nicht so unangenehm. Die Gerüche von Stammtischkneipen und Pubs sind diesem sehr ähnlich. Hinter der nächsten Ecke schimmert schon das grüne Dach der Staatsoper, jetzt sind es nur noch ein paar Schritte.

Der Job in der Touristen Information ist interessant in vielerlei Hinsicht. Ich erfahre viel über meine Stadt, lerne bei jeder neuen Frage dazu, habe mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Nationalitäten zu tun. Ich habe immer gewusst, dass ich für einen ob in der Dienstleistung geboren bin, dass es mir Freude bereitet, Probleme zu lösen. Im Laufe eines jeden Tages erlebt man die gesamte Bandbreite an Reaktionen, von absoluter Ignoranz über ein nettes Lächeln und ein „Danke“ zu wirklicher Dankbarkeit und echter Freude.

Gestern sagte ein Gast zu mir, nachdem er wohl die ältere Dame vor ihm an meinem Schalter beobachtet hatte, die sich lang und breit über die verschiedenen Künstler in den verschiedenen Ausstellungen in Wiener Museen hatte beraten lassen, „You must be a very patient lady.“ Darauf konnte ich nur schief grinsen und nicken, aber Fakt ist, dass Geduld nicht unbedingt eine meiner hervorstechenden Tugenden ist und dass ich mich hier wirklich darin üben kann, ja sogar muss. Man könnte ja meinen, dass die Leute im Urlaub entspannter sind, eher gewillt, eine Minute oder länger zu warten. Jedoch kommt es mir vor, dass auch im Urlaub vieler Menschen die To-Do Liste lang und die Zeit zu knapp ist.

Unverständlich für meine Sicht der Welt sind die: „I have 3 days, what can I do.“-Anfragen. Wenn ich aber darüber nachdenke, wie die Welt heute funktioniert, erscheint das schon gar nicht mehr so abwegig. Diese Art zu Reisen als Amerikanisch abzustempeln, oder als Japanisch, ist bei näherer Betrachtung heuchlerisch. Wir fahren ja auch „In die Karibik“, „nach Südostasien“, „in die USA“. Ein Asiate ist für viele immer noch ein Chinese, in Brasilien spricht man Spanisch und die arabischen Emirate sind da irgendwo in der Wüste und dort gibt es Zelte. Wir tendieren genauso dazu die Vielfalt, die unsere Welt uns zu bieten hat, in größere, leichter begreifliche Einheiten zu stückeln, und nur, weil sich jemand „Europäer“ schimpft, ist er nicht automatisch weltgewandter als ein Asiate aus Japan, ein Amerikaner aus New Hampshire oder oder oder…

Diese Vorurteile bestimmen einen grossen Teil unseres alltäglichen Lebens, und ich glaube, niemand ist wirklich frei davon. Man kann nur versuchen, sich dabei selbst zu ertappen, bevor es jemand anderes tut und die eigene Engstirnigkeit bloßgestellt wird. Man geht bisweilen schon davon aus, dass das Gegenüber Vorurteile hat, wie letztens der Mann, der bei einer Hotelreservation fünf Miuten in seiner Tasche nach seinem kanadischen Führerschein sucht, während sein Iranischer Reisepass aus der Vordertasche herausschaut.

Es ist schon krass, dass jemand sich ob seiner Nationalität schämt, wenn er in einem Land wie Österreich ist (wobei das wenig mit Östereich an sich zu tun hat). Das wirft ein schlechteres Bild auf unsere Gesellschaft als auf ihn, dieses Gefühl, das er gehabt haben muss, kann ich selbst gut nachvollziehen. Ich habe genau das selbe auch schon getan, meinen zerfledderten deutschen Pass sicher in der Tasche verwahrt und nach meinem schweizer Führerschein gesucht, obwohl meine Herkunft in dem Moment, wo ich den Mund aufmache, schwer zu verleugnen ist. Und doch, wenn ich mich schon so fühle, wenn es nur um Sticheleien zwischen Nachbarländern geht, in denen – wenn auch gern abgestritten – die gleiche Sprache gesprochen wird, wie muss sich dann jemand fühlen, dessen Heimatland für der Rest der Welt als eine atomare Bedrohung und tickende Zeitbombe wahrgenommen wird?

Bleibt für mich nur die Frage, ob es sich lohnt, meine deutsche Staatsbürgerschaft gegen eine meiner Wahlheimat zu tauschen, wenn mir das im Endeffekt eh niemand abnimmt. Da reichts ja vielleicht auch, wenn ich im Herzen immer mehr Wienerin bleibe :) .

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…besinnlich?

November 24, 2009 at 7:03 pm (Blues, wien) (, , , , , )

„People are strange when you’re a stranger
Faces look ugly when you’re alone
Women seem wicked when you’re unwanted
Streets are uneven when you’re down

When you’re strange
Faces come out of the rain
When you’re strange
No one remembers your name
When you’re strange
When you’re strange
When you’re strange“

The Doors meinten das zwar in einem wesentlich trostloserem Zusammenhang als ich, aber dieses Zitat passt doch hier ganz gut. Wenn man jeden Tag mit den Öffentlichen fährt, fallen einem ja eine Menge Dinge auf. Gute, schlechte, je nach eigener Laune, stelle ich fest. Selbst noch verschlafen stehe ich im Tram und lasse den Blick und die Gedanken schweifen. In den Ohren gerade zum Aufwachen irgendwas von den Ärzten. „Die Nacht“. Wie passend, wie ich sie zurücksehne. Und überall dieser mimische Leerlauf auf den Gesichtern der Leute um mich herum. Ja, Leerlauf. Jeder starrt irgendwo hin, nur bloß niemandem in die Augen. Was diese Menschen wohl denken? Will ich das wirklich wissen? Sehr seltsam, diese gezwungene Nähe, wenn das 43er Tram einmal wieder gestopft voll ist, weil es „Unregelmäßigkeiten auf der Strecke gibt“ und in der Rush Hour wieder nur alle 10 Minuten eines kommt.

Der Herbst ging, der Winter kommt, auch wenn es sich gerade von den Temperaturen her nicht so anfühlt. Im Herzen ist er schon angekommen. Wenn wir sowieso schon verletzt sind, so tut doch jede noch so kleine Trübung der Harmonie doppelt weh. Zumindest ich werde dann immer hypersensibel. Schreckliche Sache, wenn man sowieso weiß, dass man es nicht so meint wie es rüberkam, und man eh wissen sollte, wie der oder die andere tickt und deshalb nicht so schnell einschnappen. Eh ja. Neue Bekanntschaften, neue Fettnäpfchen, sage ich nur. Alte Bekanntschaften, alte Fettnäpfchen. Meine Direktheit gereicht mir nicht immer zum Vorteil. Und doch kultiviere ich sie mit einer gewissen Penetranz. Denn was bliebe noch wenn die Ehrlichkeit nicht wäre? Ich schätze nur, Einstecken gehört dann zum Austeilen. In Ersterem war ich noch nie gut.

Zwischenmenschliches. Da fällt mir gleich der ganze Weihnachtszauber ein. Dies ist nun mein dritter Winter und Wien, und außerhalb des Punschstandes im FH-Innenhof (den es dieses Jahr leider nicht gibt) war ich genau ein Mal (in Ziffern 1 Mal) in Wien auf dem Weinachtsmarkt, und das war letztes Jahr am Spittelberg. Ich habe selbst den Christkindlmarkt am Rathaus bisher nur aus dem fahrenden Tram gesehen. Ja ich weiß. Ich kann halt einfach wirklich nicht mit Weihnachten. Um meinen vieleicht letzten Winter in Wien nun doch auszureizen, bin ich heute zum alten AKH gegangen und habe zwei verschiedene Punschvarianten probiert. Nun bin ich um die Kenntnis, dass ich eher ein Glühweinmensch bin, und um eine Portion Bauchschmerzen reicher. Aber was solls. Es war ja nett. Danke noch an die Damenbegleitung.

Ja, ich weiß, ich schreibe wieder genauso dilettantisch wie zu Anfang, und die Reisetagebucheinträge sind nun auch vorbei. Demnächst hier wieder nur intellektuell Wertvolles. Oder so.

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Urban Thoughts

August 25, 2009 at 10:05 pm (Poesie) ()

Ich bin wieder hier stickige 43er Bim //
Ihr kleinsten Stufen zur U-Bahnplattform hinauf, die nicht nur mich sondern die ganze Welt ins Schnaufen bringen //
Ich bin wieder da ihr seltsamen Gestalten die ihr mit der U6 einen Teil meines Weges teilt //
Munkelt man nicht in der U6 werde heute noch TB verbreitet und umherkutschiert //
An kalten Winterabenden hin und her gehustet //
Ich begrüsse dich geliebte Müllverbrennungsanlage Spittelau //
Liebe WU //
Lieber Hundertwasser //
Grias di Tunnel //
Dunkelheit dann Dämmerung im 20. Bezirk //
Laufen und Lichter und Autos und schwindendes Licht über dem Donaukanal //
Und erst über der Donau //
Spazieren in den Schluchten //
Unperfekte Fassaden verblichenen Protzes von dir //
Und überall der Wind, Wind, Wind //
Ich habe dich vermisst, Wien //
Wie pathetisch.

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Nicht mehr lang…

Juli 17, 2009 at 5:00 pm (Reisen) (, , , , , , )

…und ich bin fertig mit dem Praktikum. Es waren interessante 4 Monate, nun bin ich froh, dass es endlich in den Urlaub geht. Fuer nichts als die Lebenserfahrung und den Eintrag im Lebenslauf zu arbeiten ist bei allen guten Dingen, die man lernt, allen netten Leuten, die man trifft, dennoch auf Dauer nicht befriedigend.

Dennoch werde ich Irland wohl sehr vermissen. Haette ich hier ein Auto zur Verfuegung gehabt, oder zumindest nocht dermassen in der Pampa gewohnt, haette ich sicher viel mehr daraus machen koennen. So waren die Ausfluege doch auf ein Minimum reduziert, und gingen nach den ersten paar wunderschoenen Trips doch allzu sehr ins Geld. Es ist schoen, dass ich meinem Aufenthalt hier eine Reise durch Nordirland und Donegal und einen Kurztrip nach Edinburgh, Schottland anschliessen werde. So kann ich die wunderschoene Landschaft als letzten Eindruck mitnehmen, und nicht die schaebigen Waende meines Zimmers oder die verdreckte Kueche in der WG.

Speaking of that, ich freue mich auf meine Wohnung, so denn sie noch steht, heisst das. Endlich nicht mehr hinter anderen her raeumen, nur noch meinen eigenen Dreck wegmachen. Meinen eigenen Kram einkaufen und nicht ueber so profane Dinge streiten wollen, wer schon wieder nicht von alleine darauf gekommen ist, ob das Toilettenpapier alle ist, oder dass man eventuell ein Putzmittel verwenden sollte, um das Bad zu reinigen, anstelle stillschweigend zu warten, bis jemand anders die leere Flasche ersetzt.

Ach ja, WG. Ja bevor ich nach Irland ging, und in meine WG zog, plagte mich in Wien hin und wieder die Einsamkeit in meinen eigenen vier Waenden, vor allem nachdem ich den uebermaessigen Internetkonsum aufgegeben hatte. Ein Mitbewohner, dachte ich bei mir, das waere ja nicht schlecht, wie in den guten alten basler Zeiten, bisher hast du ja immer Glueck gehabt. Aber nun, ehem, ich glaube das lassen wir mal. Nichts gegen die Jungs, es war eine schoene Zeit, aber um Mutti zu spielen, die allem hinterherrennt und allen auf den Geist geht mit haushaeltlichen Kleinigkeiten bin ich einfach noch zu jung. Und so moechte ich mich eigentlich auch nicht sehen, aber wenn harmlose Unordnung in ekeligen Dreck uebergeht, ist irgendwann auch meine Toleranzschwelle erreicht, obwohl ich mich nicht unbedingt als Sauberkeitsfanatiker bezeichnen wuerde.

So viel also als kleines Zwischenupdate, noch zwei Wochen Arbeit, dann 14 Tage Rundreise durch Donegal, Nord Irland und ein Kurztrip nach Edinburgh. Danach werde ich jeweils eine Woche in Basel und in Wien verbringen, um mich Anfang September noch einmal nach Norddeutschland aufzumachen, um ein paar lange versprochene Besuche zu machen. Danach faengt auch schon bald das neue Semester an, und der Alltag in Wien wird wieder einkehren, momentan kann ich daran nichts Negatives finden. So werde ich wieder Gelegenheit haben, diesen Blog weniger als Reisetagebuch zu fuehren, sondern in der alten Form. Bis dahin.

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Gemischtes Allerlei von der Insel

Juni 23, 2009 at 9:20 pm (Irland, Reisen) (, , , , , , , , , , , , , , , )

Tja, wie das oft so ist, man erlebt ne Menge, fängt einen ellenlangen Reisebericht an und schreibt ihn dann nie fertig. Genau das ist jetzt mit meinem Geschreibe über das Wochenende zu zweit mit Liebstem in Galway, Connemara und Gorey passiert. Ich sage nur so viel, es waren 6 schöne Tage, wir haben einen kurzen Blick auf die Aufbauten des Volvo Ocean Race erhascht, Connemara mit dem Auto unsicher gemacht, mehrere Begegnungen der 3. Art (Schafe) gehabt und einige der verwunschensten Friedhöfe und Flüsse Irlands gefunden. Sehr zu empfehlen ist so neben natürlich Connemara ganz besonders die Gegend um Waterford, insbesondere Carrick-on-Suir und die kleinen Dörfer an der Suir gelegen.

Furnace Lake, Connemara

Furnace Lake, Connemara

Wunderschön auch das bekannte Glendalough, auch wenn wir erst einmal den Strömen an Wochenendlern entkommen mussten, und sich die Parkplatzsuche als Abendteuer erwies. Erst einmal den Unmengen an Familien mit Kleinkindern entkommen, fanden wir einen anstrengenden aber lohnenswerten Anstieg auf die westliche Bergflanke des Tals. Es wurde gewarnt, dass dieser Teil des Berges nur mit angemessener Wanderbekleidung zu besteigen sei, und obwohl man aus den Schweizer Bergen holperige Pfade gewohnt ist, war es eine schöne Tortur den Hang hinauf auf genagelten Holzplanken. Aber der Ausblick und der kalte Cider oben tröstete schnell darüber hinweg.

Ormonde Castle, Carrick-on-Suir

Ormonde Castle, Carrick-on-Suir

Nur so viel dazu, Fotos gibt es wie immer auf Facebook, und den umfassenden Reisebericht gibt es bei einem Kaffee oder einem Gläschen Wein oder einem Pintchen Cider gerne direkt bei mir.

Ballykissangel Geocache Location

Ballykissangel Geocache Location

Nun ist es erst einmal ruhig geworden reisetechnisch. Einersets haben die vielen Ausflüge doch das Budget strapaziert, andererseits kam auch der Wunsch es mal ein bisschen ruhiger angehen zu lassen, oder auch mal ein wenig mehr allein zu sein. Ein wunderschönes Wochenende mit sehr viel Sonne, Baden und Lesen am Strand kam auch noch dazu. Da entsteht nicht unbedingt der Wunsch, in die Ferne zu schweifen, wenn man doch (bei passendem Wetter) den Traum direkt vor der Haustüre hat. Wetter als passendes Stichwort um einmal ein wenig Frust abzulassen. Alle Romantik Irland betreffend ist bei mir verflogen. Naja fast. Aber dieses unbeständige Wetter macht selbst jemanden wie mich, die ich Hitze und Sonnenschein nicht unbedingt immer schätze, verrückt und bisweilen depressiv. Fast vermisse ich Basels stehende Hitze im Sommer und Wiens kühlende Winde durch die Stadthausschluchten in der Innenstadt und mit dem Geruch des nahen Wiener Walds vermischt mit Teer und Chlor vom Freibad nebenan bei mir zu Hause.

Upper Lake, Glendalough

Upper Lake, Glendalough

Ansonsten, Arbeit, Ärger, Freude. Ein wenig die Musik wiederentdecken, neu entdeckte Musik anhören (Danke Nicole :=) ). Gerade stelle ich fest, dass ich mit Amy MacDonald ganz gut etwas anfangen kann.

View of the Upper Lake

View of the Upper Lake

Ach ja, Wetter. Meine Beobachtung von vor vier Jahren, dass es in Irland die schönsten, bedrohlichsten, dichtesten, sonnenbeschienendsten und interessantesten Wolken gibt, die ich bisher gesehen habe, kann ich bestätigen. Es ist wirklich unglaublich. Nur ein paar mehr von den sonnenbeschienenen wären gut. An einem Tag gibt es das Wetter, das andere Orte in einem ganzen Jahr bekommen. Am Morgen wache ich früh auf, weil die Sonne schon vor fünf Uhr aufgeht und sich selbst von den dicksten Vorhängen nicht abhalten lässt. Gehe ich um 8 oder 9 Uhr aus dem Haus so kann es warm sein, eiskalt oder schwül. Im Laufe des Vormittags dann halbstündige Schauer, bei denen man nicht einmal eine ausgewachsene Dogge vor die Tür jagen würde, weil man Angst hätte sie zu ersäufen. Rechtzeitig zum Lunch dann ein kleines Stückchen blauer Himmel, das pünktlich zum Ende der Mittagspause durch einen Sturzregen abgelöst wird, der einen klatschnass im mittlerweile schwülen Büro sitzen lässt. Abends holt man sich dann die Mutter aller Erkältungen, während die immer noch feuchten Kleider klamm und kalt werden. Willkommen bei Wetter Irland – Ein ganz normaler Tag.

Woods, Glendalough

Woods, Glendalough

Die Tortur wird allerdings hin und wieder mit den wunderschönsten Regenbögen belohnt, jetzt weiss ich auch, wieso sie den Ruf haben, verwunschen zu sein, Pott mit Gold und Leprechaun inklusive. Die Regenbögen, die ich vor Irland gesehen habe, verdienen den Namen nicht einmal, diese pieseligen blassen Viertelkreise. Ein irischer Regenbogen, der was auf sich hält, geht den gesamten Halbkreis von Boden zu Boden, erstrahlt in den sattesten Farben, und hält sich mindestens fünf Minuten.

Courtown Beach

Courtown Beach

Hm. Reisen, Regenbögen, was bewegt mich sonst noch so? Sport derzeit. Jaja ich weiss, nicht selber. Aber ich habe dem Fussball, das ich sowieso bisher nur halbherzig verfolgt habe – und nur um des Samstagabendbieres und der väterlichen Tradition willen – abgeschworen. GAA sage ich nur. Gaelic Athletic Association. Heisst auf deutsch Rugby, Gaelic Football (die Iren nennen das Europäische Fussball oftmals Soccer) und Hurling. Ich möchte mich jetzt nicht in den Regeln der einzelnen Spiele verlieren, nur soviel: Sie haben alle die speziellen Tore gemeinsam, mit den langen Posten zwischen denen man auch Punkten kann. Der Ball darf nicht nur gekickt, sondern auch gefangen, geschlagen (Hurling) etc. werden. Insbesondere Hurling hat es mir angetan. Hier wird der Ball (in etwa so gross wie ein Baseball) mit einem Holzschläger, dem Hurley geschlagen. Zwischendurch kann er auch kurz getragen (vier Schritte Regel wie in etwa im Basketball) werden, muss gekickt werden oder wieder auf den Hurley (oder irgendwie so). Es gibt übrigens keine Abseitsregel. Für die Regeln besucht doch http://de.wikipedia.org/wiki/Hurling . Zitate: „brutal field hockey in the air“ „Eine der schnellsten Mannschaftssportarten der Welt“ etc. Das klingt doch schon nach Spass sage ich!

Wexford vs. Dublin Hurling

Wexford vs. Dublin Hurling

Um mein gewecktes Interesse zu befriedigen sind wir dann gleich letzten Sonntag zum Hurling Match Wexford gegen Dublin nach Kilkenny gefahren. Der Witz des Tages war ja, dass man mit dem Auto querfeldein nur ca. anderthalb Stunden bis Kilkenny benötigt, und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aka Bus Eireann 5 Stunden, weil man den unheimlich langen Umweg über Dublin machen muss. Der Match war gut besucht, wenn auch nicht ausverkauft, da es eher zwei schwächere Mannschaften waren, die gegeneinander antraten. Leider war unsere Heimmanschaft Wexford die schwächere, wie sich herausstellte. Was uns natürlich nicht vom Anfeuern abhielt. Angenehm aufgefallen ist mir auch, dass die Fans – egal welcher Fraktion sie nun angehörten – alle zusammenstanden. Keine Spur von Aggressionen, jeder konnte für sein Team schreien, natürlich waren die Blocks gemeinsam lauter, aber so etwas wie eine Fankurve gibt es nicht. Alles sehr relaxed um nicht zu sagen familiär, irisch halt. Ich muss unbedingt rausfinden, wo ich zu Hause in Wien weiter Hurling schauen kann (ein weiterer Grund ins Irish Pub zu gehen schätze ich).

Wexford vs. Dublin Hurling

Wexford vs. Dublin Hurling

Dies muss als Update reichen, weder Reisebericht noch tiefschürfend philosophisch fürchte ich. Mir ist übrigens klar, dass ich trotz meines Gejammeres über das Wetter fast nur Bilder mit Sonnenschein in diesen Artikel eingefügt habe. Wer macht schon Fotos bei Regenwetter :=).

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Eine kleine Landpartie…

Mai 18, 2009 at 6:37 pm (Irland) (, , , , , , , )

Heute mal wieder ein reiner Reisebericht von unserem Ausflug nach Kilkenny, nachdem der Bericht von Cork ja eher kurz ausgefallen ist, hier nun ein wenig ausführlicher.

Unser Ausflug nach Kilkenny dieses Wochenende war bis auf das Wetter ein voller Erfolg. Zwar ist die Busfahrt dorthin unwahrscheinlich lang, da es keine direkte Verbindung gibt, aber es hat sich gelohnt.

St. Canice's Cathedral

St. Canice's Cathedral

Geplant war ein Aufenthalt mit einer Übernachtung im Kilkenny Tourist Hostel. Fahrt hin am Vormittag Samstag, Fahrt zurück nach Gorey am Sonntagnachmittag. So blieb über ein ganzer Tag Zeit, um diese kleine „city“ zu erkunden. City wird der Kleinstadt zwar nicht gerecht, aber die Locals nennen ihr Kilkenny gerne so. Die Stadt besteht aus einer High Street und davon abzweigenden engen Gassen, die zum Teil überdacht sind, und eher wie Katakomben anmuten. Gesäumt ist die High Street von den typischen bunten Irischen Shopfronts, und der Pubanteil ist sehr hoch. So ein richtig gemütliches Städtchen halt. Überall ist der mittelalterliche Charakter zu erkennen.

Nach der mehr oder weniger anstrengenden Hinfahrt mit Bus Éireann (im Bus ist es immer entweder eiskalt oder viel zu stickig warm, hinzu kommt die mangelnde Beinfreiheit, und mein Magen freut sich auch nicht unbedingt über kurvige enge Strassen in einem Langstreckenbus) haben wir im Hostel eingecheckt und bezogen zu sechst unseren Private Room. Laut Hostelworld.com war zwar kein mixed dorm mehr frei, aber die Leute vom Hostel sind sehr nett und haben das einfach gedeichselt. Auch hier nur wieder ein Beispiel dafür, dass in Irland zwar nicht immer alles pünktlich ist, aber sich dafür umso mehr einfach organisieren und ändern lässt. Irland ist nicht nur anders – so wie Wien laut Slogan – sondern flexibel. Ein sehr angenehmer Umstand den ich fast täglich erlebe.

Das Wetter liess uns im Gegensatz zu unserem Cork Ausflug schmählich im Stich, und so waren meine AllStars binnen 5 Minuten völlig durchweicht. Aber das hielt uns nicht davon ab, nach dem Einchecken sofort auf eine Erkundungstour zu gehen. Alles ist bequem zu Fuss erreichbar, und mehr als zwei Tage (oder einen einzigen vollen) braucht man nicht, um die Stadt zu erkunden). Im Regen klapperten wir St. Carnice’s Cathedral (leider 3 Euro Eintritt für eine doch eher kleine Kirche, und unverschämte zusätzliche 2,50 für eine Turmbesichtigung, die wir uns deshalb erspart haben), die Black Abbey und noch die eine oder andere Kirche und so manches mittelalterliches Bauwerk ab.

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Wieder zurück im Hostel liefen wir – die Welt ist klein – prompt unserem Australisch/Englischen Trio über den Weg, die wir schon in Cork in unserem 16er Dorm kennen gelernt hatten. Durch einen Zufall waren sie dieses Wochenende auch in Kilkenny und im selben Hostel. Beste Voraussetzung für den Samstagabend. Vorher gab’s aber noch leckeres Barfood im Pub und  die Mädels blieben direkt dort um sich das Eurovision Finale anzusehen. Cédric und ich gingen schon mal vor, uns mit Jake, Adam und Helen zu treffen. Zuerst ging es auf ein Pint in eines der traditionelleren Pubs in Kilkenny, das „Tynans Bridge House“. Ein wirklich zu empfehlendes Pub, mit Live Musik und allem Schnick und Schnack, aber eher eng und klein. Für ein gemütliches Pint perfekt. Nachher stand uns dann der Sinn nach etwas lauterer Musik und mehr Leuten, also machten wir uns auf den Weg ins „Pumphouse“, ein grösseres Pub fast direkt gegenüber des Hostels. Hier gibt’s ein (zu) warmes offenes Feuer im Kamin, Fussballübertragung und eigentlich an fast jedem Tag der Woche Live Musik. Für Abende wie Samstag ohne eine Band gibt es eine gratis Jukebox, wo sich jeder Musik wünschen kann.

Pumphouse und Ana Conda

Pumphouse und Ana Conda

Der Abend verlief erwartungsgemäss lustig, wir haben noch zwei deutsche Mädels und eine Französin kennen gelernt, die Adam mit einem Spruch am Nachbartisch anquatschte (ca. Hi, my name is Adam, I’m from Australia). Funktionierte jedenfalls sehr gut, und so wurde die Runde recht gross, allerdings mussten sie dann noch zu einer Geburtstagsparty kurz bevor Henna, Nicole, Nikki und Charlène nach dem Finale zu uns stiessen (Norwegen hat gewonnen – toll).

Das beste war sowieso Nicoles Entdeckung des Bulmer’s pear Ciders, von dem ich bisher nur in der Werbung gehört hatte, und der Applecider wirklich um Längen schlägt. So kam es dann dazu, dass in der Heimatstadt von Kilkenny und Smithwick’s (ja, ihr habt richtig gelesen) an diesem Abend keiner von uns mehr Ale trank. Ein Auszug hierzu aus Wikipedia:

„Kilkenny ist eine irische Biersorte. Ursprünglich bezeichnete sie eine stärkere, für den Export produzierte Variante des in Irland verkauften roten Ales Smithwick’s. Inzwischen sind beide Marken in Irland parallel zueinander erhältlich. Im direkten Vergleich hat Kilkenny den höheren Alkoholgehalt und schmeckt herber. Außerdem besitzt es eine stärker an Guinness erinnernde Schaumkrone.

Woher der für den Export abweichende Name rührt, ist unklar. Der Name Smithwick’s liest sich in einigen Sprachgebieten so, dass er obszön anmutet. Dieser Umstand soll Umsatzeinbußen in den Exportländern herbeigeführt haben, weshalb die Guinness-Brauerei bei der Übernahme von E. Smithwick’s and Sons eine Namensänderung anordnete. Demnach wurde Smithwick’s fortan für den Export nach der Grafschaft benannt, in der es ursprünglich gebraut wurde.“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kilkenny_(Bier)

So ist nun auch klar, wieso Smithwick’s tatsächlich besser schmeckt als Kilkenny, und warum man im Ausland nur das bleede Kilkenny bekommt. Ein Mythos weniger.

Das Pumphouse machte dann irgendwann so gegen halb zwei zu und wir fielen ein paar Pubs weiter ins „Ana Conda“, wo noch richtig super Sound lief und die Runde den Abend recht ausgelassen austanzen konnte. Von der abschliessenden Episode im Hostelzimmer rede ich mal lieber nicht zu viel, sonst springt mir Nikki bei der Erinnerung daran an die Gurgel, sie war nämlich schon viel früher schlafen gegangen. Ich sage nur ein Wort: Regenschirm, Alkohol, Blitzlicht beim Fotografieren, fünf mehr oder weniger leicht angeschwipste Twens. Ich glaube das vermittelt ein angemessenes Bild.

Nostalgia Café

Nostalgia Café

Am nächsten Morgen ging es zeitig zeitig um halb 10 los, Zimmer räumen, Frühstück finden. Schon am Vortag hatten wir ein interessantes Café gesehen, das sich nun auch von innen als ziemlich cool erwies. So nahmen wir unser Frühstück (von Porridge über Rührei, Sausages, Scones, Muffins oder einfach nur einem Käsetoast war alles vorhanden) inmitten von Kuckucksuhren und witzigen Türschildern ein. Danach sofort auf zum Kilkenny Castle, wir wollen schliesslich keine Zeit verschwenden und brave Touristen sein. Aufgrund einer kurzen Regenpause erkundeten wir den Park zuerst und flüchteten beim nächsten Schauer dann in die Innenräume des Schlosses. Hier gab es einiges zu sehen, Fotos machen durfte man leider nicht. Für Leute ohne Studentenausweis war es ein sehr teurer Spaß, stolze 6 Euronen musste man löhnen. Mit Ausweis kostete es nur 2,50. Es ist vielleicht eine Überlegung wert, den Master doch sofort anzuhängen, um weiter günstig reisen und sightseen zu können, *grins*.

Kilkenny Castle and Park

Kilkenny Castle and Park

Nach ein wenig Ausruhen im Schlosspark ging es dann auf eine letzte Runde durch die Innenstadt um gegen 5 wieder in den geliebten Bus zu steigen. Gottseidank kam er auch zur angegebenen Zeit, der uralte Fahrplan im Hostel sagte nämlich mal wieder etwas komlett anderes. Auch fehlte das Bushaltestellenzeichen komplett, aber man konnte so ungefähr raten, wo der Bus abfuhr, vor allem als wir dann nicht mehr die einzigen waren, die seltsam wartend in der Gegend herumstanden. Wieder einmal sehr Irisch. Ebenfalls sehr Irisch war auch, dass der Busfahrer überhaupt nichts dabei fand, kurz mal eben anzuhalten, als Henna so unglaublich aufs Klo musste, dass sie es nicht mehr aushielt (ich sage nur: 5stündige Busfahrten und Chai Latte vertragen sich nicht so gut). Aber hier wird Service halt noch gross geschrieben, und Regeln sind zwar Regeln, Fahrpläne sind Fahrpläne, aber der Mensch ist das wichtigste, und die Iren kriegen immer irgendwie alles hin, so dass möglichst alle glücklich sind. Ein sehr angenehmer Charakterzug. Aber then again, man muss halt zusammenhalten und nett zueinander sein, wenn das Wetter auf Dauer so deprimierend ist.

Kilkenny Castle

Kilkenny Castle

An einem Tag hat man alle vier Jahreszeiten, und meistens mehr von den dunklen als von Sommer und Frühling. Entweder es bläst ein eiskalter Wind und es ist sonnig oder der Wind ist weg aber es schifft in Strömen. Ich freue mich wirklich auf den Frühling, so möge er dann einmal kommen. Es ist nun Mitte Mai, und hier fühlt es sich eher an wie Ende Februar. Nicht, dass ich die Vielfalt der Wolkengebilde am Himmel nicht zu würdigen wüsste, und nicht im Anblick versunken hin und wieder einfach nur schaue und denke, denke und schaue, und so beeindruckt bin von der Schönheit dieses Landes, aber es wäre eben noch schöner, wenn die Sonne denn mal käme. So zwischen den Wolken, vielleicht. Das wäre schön. Bitte. Danke.

Zum Abschluss noch ein kleiner random trivia fact, es folgt vielleicht das dazu passende Foto, das ohne dieses Wissen aufgenommen wurde:

„Laut einem der Schöpfer der US-Serie South Park soll Kilkenny der Grund dafür gewesen sein, dass die Figur „Kenny“ in den ersten Staffeln der Serie meist auf bizarre Weise das Zeitliche segnete. Der Name „Kenny“ war bereits festgelegt, als sich die South-Park Erfinder Matt Stone und Trey Parker beim Genuss von Kilkenny den Running Gag „Kill Kenny“ ausdachten.“

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Heading southwards…

Mai 7, 2009 at 4:07 pm (Irland)

Manchmal schleicht mein Leben nur so vor sich hin, und dann wieder rennt es an mir vorbei, so dass ich fast das Gefühl habe, es zu verpassen, wenn ich nicht jeden Moment wach und wachsam verbringe.

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Jetzt bin ich also 25, ein Vierteljahrhundert, wie mir kaum einer zu versichern versäumte. Und wirklich anders fühle ich mich nicht, jetzt wo ich – so die anderen – hart auf die 30 zugehe. Pah. Dass ich gerade Dire Straits höre, ist zwar ein klares Zeichen von Angrauen, aber scheiss drauf. Ich fühle mich eigentlich sehr wohl so, wie ich jetzt bin, auch wenn mir derzeit ein wenig das Umfeld fehlt, das ich in Wien doch sehr lieben gelernt habe. Natürlich ist es hier auch schön, aber ich fühle mich hin und wieder in der Gruppe fehl am Platz, und dieses Mal fühlt es sich seltsam an, schon wieder von vorne zu beginnen, immer im Hinterkopf, dass es diesmal nur auf Zeit ist, dass ich im Sommer nach Wien zurückkehre, alles hier wieder hinter mir lassen und irgendwann als – hoffentlich durch und durch positive – Erfahrung abhaken werde. Das Heimweh, das mich nach Basel bei all den Wurzeln dort bisher nie befallen hat, habe ich jetzt hier in Irland sowohl nach Wien als auch nach Basel. Vielleicht liegt das daran, dass ich hier nur in einer sehr kleinen Gruppe von Menschen unterwegs bin, nicht wie sonst mal tagsüber mit den einen, Nachmittas mit den anderen und am Wochenende wieder in einem anderen Umfeld bin. Die Abwechselung, die Ruhe dazwischen, auch die Pause voneinander die es braucht, damit man sich wieder neue Dinge erzählen kann, das fehlt. Dieses Zusammengeglucke verhindert auch eigentlich den Kontakt zu anderen hier.

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Aber ich will gar nicht so negativ klingen, eigentlich wollte ich von unserem wunderschönen Trip nach Cork erzählen, der sich meiner Meinung nach wirklich gelohnt hat, auch wenn ich die Stadt schon kannte. Meine Erinnerung hat mich nicht getrogen, es ist noch genauso schön und l(i)ebenswert wie vor 4 Jahren, als ich das letzte Mal dort war. Wieder mal so einen richtigen Studi-Trip zu machen hat mir auch sehr gefallen, das Übernachten in einem Hostel birgt halt immer mehr oder weniger angenehme und interessante Überraschungen. Aber auch hier habe ich gemerkt, dass man alleine einfach viel mehr Leute kennen lernt. In einer Gruppe zu verreisen ist eigentlich nur sinnvoll, wenn man auch vorhat, genau mit dieser Gruppe zu kommunizieren. Es war schön, aber ich habe auch zwischendurch immer wieder daran gedacht, einen Trip alleine zu machen oder vielleicht nur zu zweit.

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Ich freue mich sehr auf das Himmelfahrt Wochenende, wenn ich netten Besuch bekomme, und von anderen Leuten und öffentlichen Verkehrsmitteln unabhängig einfach machen kann, worauf ich Bock habe und gehen kann, wohin ich möchte. Diese Eingeschränktheit hier auf dem Lande macht mir sehr zu schaffen, nicht einfach gehen zu können wann und wohin ich möchte, das bin ich nicht gewohnt. Ich habe nie ein Auto besessen, bisher empfand ich es aufgrund meiner Wohnsituation in der Grossstadt nicht als notwendig, und doch wünsche ich mir jetzt nichts mehr als einen motorisierten fahrbaren Untersatz.

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Also, Cork. Ja Cork war sonnig, ab und zu kalt, wenn sich eine der dicken irischen Wolken vor die Sonne schob. Wir haben am Samstag das Shopping Programm durchgezogen und am Sonntag das Sight-Seeing Programm, inklusive einem wunderschönen Blarney Castle und einem noch schöneren Meer in Cobh. Blarney schon jetzt in der Vorsaison sehr voll, Cobh angenehm ruhig und verschlafen. Wir kamen genau richtig zum Carillon Konzert in der Kathedrale, von dem ich zwar vorher in meinem Lonely Planet gelesen, es dann aber wieder vergessen hatte. Eine satte halbe Stunde sassen wir sicher draussen, den Kopf in den Nacken, und starrten zum beeindruckenden Glockenturm herauf, in dem laut Reiseführer die grösste Glocke das Gewicht eines ausgewachsenen Elephanten hat. Was für zarte Melodien, um es mal geschwollen auszudrücken, auf einem Glockenspiel dieser Grössenordnung gespielt werden können, hat mich sehr beeindruckt, und der Künstler hatte es wirklich drauf. Witzig war, dass er sich nicht nur auf Kirchenlieder beschränkte sondern auch den einen oder anderen populäreren Song zum Besten gab, wie zum Beispiel „Oh Susannah“. Alles in allem ein gelungener Tag mit dem einen oder anderen abgerissenen Kilometer.

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Montag ging es dann wieder heimwärts mit dem Bus, das allseits beliebte Reisemittel der Iren. Erstaunlich pünktlich waren die auch, und bis auf eine kleine Unregelmässigkeit auf dem hinweg haben sich auch alle an den Fahrplan gehalten (so wurden auf dem Hinweg aus einem Umsteigen 2 Umsteigen).

Mehr zu erzählen haben vielleicht die Fotos, die es wie immer auf Facebook zu betrachten gibt. Heute nur so viel von mir.

Ich vermisse euch :=)

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Angekommen…

April 15, 2009 at 6:04 pm (Irland) (, , , , , , , , )

Not too bad, you know?
Nun steht das lange Osterwochenende an, und die Arbeit hat heute früher aufgehört. Es hat schon Vorteile, in einem katholischen Land zu leben, da wird es selbst im Tourismus mit den Feiertagen relativ ernst genommen. Es geht also erst am Dienstag weiter, die Sonne scheint, was will man mehr.

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Heute steht nicht mehr viel an, ein bisschen Haushalt, ein bisschen bloggen, ein bisschen relaxen. Morgen geht es schon am Vormittag mit meiner neuen Nachbarin Petra nach Gorey zum Wocheneinkauf. Vielleicht auch ein paar Osterhasen.


Ein bisschen schade ist es schon, dass ich das gesamte Wochenende kein einziges Mal ins Internet werde schauen können, außer es ergibt sich die Gelegenheit von unterwegs. Am Samstagabend geht es hoffentlich ins Pub. Eigentlich eine Schande, da bin ich schon fast eine Woche hier in Irland und habe weder ein Pint Kilkenny noch ein Pint Guinness getrunken. Es hat schon Nachteile, wenn man hier so richtig in der Pampa hockt, und der Rest der Bande in der „Stadt“. Zumindest habe ich heute den Busfahrplan ausgedruckt, aber die Iren meinen, man solle den nicht allzu ernst nehmen, „there might or might not come a bus at the time indicated“. Dinge ändern sich halt in Irland.

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Montag
Nun ist Montag, und das lange Osterwochenende ist fast vorbei. Bis heute hatten wir wirklich wunderbares Wetter, aber nun ist es wieder trübe. Ich habe schöne Fotos gemacht, ich hoffe ich werde morgen die Gelegenheit haben, sie hochzuladen. Samstag ging es erst zum Shoppen nach Gorey und danach nach Courtown an den Strand. Ich bin wirklich begeistert von der Landschaft dort, Sandstrand mit großen Felsen, dahinter fängt sofort der Urwald an. Beim Wandern durch den Wald kann man schon Appetit auf Bärlauchpesto bekommen, der wächst hier in rauen Mengen.

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Abends ging es dann ins Pub, eines der etwas größeren in Gorey, das Paddy Blues. Eigentlich wie alle Pubs, aber es fehlt die traditionelle Live Musik, es ist eher ein Pub für die Lokale Jugend, ab 11 wird Diskomusik gespielt, und hinten in den Katakomben ist auch irgendwo eine Tanzfläche. Endlich bin ich auch zu meinem Pint Smithwick’s gekommen, auf das ich mich schon so lange gefreut hatte. Es wurden dann auch eher 4 Pints. Smithwick’s ist Ale, so wie Kilkenny, nur dass in Irland niemand Kilkenny trinkt. Scheinbar wird das nur exportiert, das andere schmeckt auch besser, irgendwie „smoother“.

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Die Gespräche, die sich ergeben, wenn ein Franzose, zwei Deutschsprachige und ein Ire am Tisch sitzen, sind schon brillant. So diskutierten wir erst darüber, was ein „mole“ ist, und kamen dann darauf, dass damit ein Maulwurf gemeint ist. Was wiederum Andrew als „mowlwolf“ verstand… Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir damit, abenteuerliche Geschichten über den blutrünstigen irischen mowlwolf und seine internationale Verwandtschaft zu erfinden. Wenn ich Zeichenpapier finde, werde ich wohl mal eine Zeichnung der reisszahnbewehrten Bestie anfertigen. Ich muss immer noch kichern, wenn ich nur dran denke.


Aldieweil checke ich die Unterschiede zwischen dem Irischen und dem Englischen Slang, den ich durch meinen Austausch vor Ewigkeiten kenne. Es gibt keine großen, ein paar Worte werden häufiger verwendet, ein paar weniger. Scheinbar ist mein Englisch akzentfrei, was mich wirklich sehr gefreut hat. Nun arbeite ich daran, ein bisschen der Irischen Aussprache einzuarbeiten. Aber das wird nicht schwer sein. Vergesst einfach alles, was ihr über TH gelernt habt, und ersetzt es wahlweise mit S und D. So sagt der Ire nicht „nothing“ sondern „nutting“ und nicht „the“ sondern „de“. Außerdem wird das O anders betont, eher so wie im Gälischen. Es entspricht wohl am ehesten dem Norwegischen ø. Des Weiteren antwortet der Ottonormalire auf die Frage „How are ye?“ mit einem gemurmelten „Not too bad.“ Ist er wirklich richtig glücklich, dann kommt ein „Fine, thanks.“ Hinter quasi jedem Satz kommt ein „you know.“


Die wichtigste Irische Vokabel habe ich auch schon gelernt, nämlich Sláinte, „sløntsche“ ausgesprochen, wobei das E sehr kurz ist (Ich wünschte ich könnte Lautsprache googlen, aber Internet ist natürlich keine Option), und das heißt natürlich Prost, oder Gesundheit :) .

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New day, new dawn

April 8, 2009 at 9:24 pm (Reisen) (, , , )

Ankunft

Nach einem Tag des Reisens bin ich heute Morgen nun in meinem neuen Bett für die nächsten 4 Monate aufgewacht. Es sei denn es besteht mir noch der ein oder andere Umzug in die Wohnung in Gorey bevor und wieder zurück. Durch meinen neuen Mitbewohner Stephane habe ich schon erfahren, dass die Praktikanten hier öfters mal die Wohnung wechseln. Entweder man ist in Fussnähe zur Arbeit, das ist hier in Ballycanew der Fall, oder man ist in der Stadt (7000 Einwohner, und eine wirklich süsse Mainstreet). Es wird sich zeigen, was angenehmer ist auf Dauer. Mein jetziges Zimmer befindet sich direkt über einem Pub / Take-Away, vor und in dem abends ab 7 Uhr bis ca. 23 Uhr ganz schön die Lutzi, sprich die „Dorfjugend“ von Ballycanew abgeht.

Da ich heute Morgen noch ausschlafen konnte (meine Arbeit beginnt erst Mittwoch), hat mich das nicht so sehr gestört, aber man wird sehen, wie sich das unter der Arbeitswoche anfühlt. Hier ist alles eher ländlich, Dublin ist ganz schön weit weg. Dafür ist die Landschaft lieblich und die Küste nur 6 Kilometer entfernt, ich werde nachher mal einen Marsch dorthin wagen, oder nach Gorey reintrampen (8 Kilometer). Öffentlicher Verkehr ist hier nicht so angesagt, aber mit dem Fahrrad geht einiges (wenn ich denn dann mal eines habe, bisher teilen sich 4 Praktikanten eines, aber Stephane hat den eisernen Finger drauf, was gut für mich ist, da ich mit ihm zusammenwohne). Allerdings ist der Weg nicht weit und die Strasse gut befahren, also sollte auch das Trampen kein Problem sein, das ist hier auch eher üblich als daheim. Bisher fehlt mir noch eine Karte der Gegend, ich werde nachher einmal schauen, ob ich eine im Dorfladen (der auch gleichzeitig das Postamt und direkt gegenüber ist) bekomme, mitsamt ein paar Postkarten, die zu schreiben ich versprochen habe.

In Irland hat mich das miese Wetter begrüsst aber auch mein netter Chef, und im Büro bin ich auch schon kurz vorbeigeschneit um mich vorzustellen. Danach haben wir Stephane geholfen von der Wohnung in Gorey hierher umzusiedeln, und gleichzeitig noch eine Menge Rhabarber im Garten geerntet. Danach ging es zu Lidl (ja, es gibt hier auch Aldi) ein paar grundlegende Dinge einkaufen, wo mich erst einmal die Preise geschockt haben. Mir wurde ja gesagt, dass Irland teuer ist, aber für eine Flasche mittelklassigen Weisswein bei Lidl 11 Euro zu verlangen ist für jemanden, der guten Wein ab 4 Euro in Österreich gewohnt ist wirklich ein richtiger Schock. Bleibt abzuwarten, wie die Bierpreise im Pub sind, immerhin wird Bier hier im Lande hergestellt und sollte deswegen nicht mit so hohen Importkosten belastet sein wie Wein, der in diesem feuchten Klima anscheinen nicht wirklich wächst (ich habe bisher auch noch nie einen Weinberg in Irland gesehen, lasse mich dahingehend aber gerne belehren).

Mit mir sind es anscheinend 2 Mädels deutscher Nationalität im Büro, dazu kommt Stephane, er ist aus Frankreich und nächste Woche soll noch ein Mädchen aus Finnland hinzukommen. Im Sommer werden wir bis zu 7 Praktikanten sein, ich bin schon sehr gespannt, ob es dann genug Arbeit für alle gibt. Laut Chef ist natürlich der Tourismus und somit auch unser Business sehr start von der Wirtschaftskrise betroffen, die Buchungen sind immens zurückgegangen und die Prognosen für 2009 sehen nicht allzu rosig aus. Internet habe ich wohl nur auf der Arbeit und alle paar Tage mal das Modem der Praktikanten, das man sich teilt. Bleibt abzuwarten wie sich das gestaltet, aber man wird sich ja arrangieren können . Alle scheinen bisher nett zu sein, aber ich hatte natürlich noch nicht wirklich Gelegenheit, mich zu unterhalten, ausser mit Steph.

First Day

Schön ausgeschlafen, Arbeit fängt erst morgen an, also erst einmal die Wohnung ausgekundschaftet. Sie ist nicht gerade schön, aber gross. Wir haben eine riesige Küche wo man schön zusammensitzen kann, und in der ersten Etage sind drei Schlafzimmer, zwei grosse und ein sehr kleines. Da wir momentan nur zu zweit sind sucht sich jeder ein grosses Zimmer aus. Die Matratze ist ganz passabel, und frische Bettwäsche liegt auch bereit. Noch ein wenig aufhübschen, dann wird daraus ein bewohnbares Zimmer. Gott sei Dank zieht kein Bratenfettgeruch hinein, obwohl das meine erste Sorge war, als ich die gestapelten Frittierfettkanister im Hinterhof sah, durch den man die Wohnung betritt. Was tun mit dem angebrochenen Tag, bei einem Wetter, das nicht einmal zu einem ersten Erkundungsspaziergang einlädt? Richtig, wieso nicht die Blusen bügeln. Mit aufgedrehter Musik aus dem Laptop gebügelt. Woraufhin natürlich prompt die Sicherung rausfliegt und ich den Schalter nicht finden kann. Sicherungskasten? Pustekuchen. Ich befürchte schon, es könnte ein grösseres Problem sein, da das Licht noch einwandfrei funktioniert. Also nur noch Strom im unteren Stockwerk, naja okay. Immerhin hats den Lappi nicht zerrissen, wie es im ersten Moment den Anschein hatte.

Gut. Nun war’s halb 1, was tun mit dem Tag. Ein Blick nach draussen macht immer noch keine wirkliche Laune, aber da ich mein Buch fertig gelesen habe, kein Internet zur Verfügung steht, bleibt mir wohl nichts anderes übrig als mich entweder zu langweilen oder in den kalten Regen hinauszugehen. Stephane erzählt mir, dass er nach der Arbeit nach Gorey reinfahren möchte, und ich schliesse mich spontan an, scheiss auf das Wetter, vielleicht finde ich ja eine Karte der Gegend und ein neues Buch. Es schüttet wie aus Eimern.

Tag 2

Ich bekam sogar 3 Bücher für 10 Euro, und zurück gings per Anhalter. Kein Problem hier in Irland, vor allem wenn es wie aus Eimern schüttet. Es folgte ein gemütlicher Abend zu Hause, nur gestört durch gestörte Teenager, die die Zündung krachen lassen an ihrem preferierten Treffpunkt vor dem Take-Away direkt unter meinem Schlafzimmer. Heute war der erste Arbeitstag, aber wenn ich alles aufschreibe, was ich erlebe, ist wohl die Internetzeit um. Ich werde das Produkt der letzten 3 Tage nun einmal hochladen, tut mir leid, wenn es nicht besonders elegant geschrieben ist, ich habe einfach nur mal so getippt und beim ersten Drüberlesen stelle ich auch fest, dass sich einiges wiederholt. Vielleicht werd ich die nächsten Tage mal Zeit finden, es zu ordnen, ansonsten, egal.

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